Vorstand verzichtet – Aha, nun doch?

Gestern, den 25.08.2021 berichtet u.a. der Spiegel, das Vorstände des DB AG Konzerns auf ihre Boni für dieses Jahr verzichten. Wie der Spiegel weiter berichtet, komme der Vorstand damit einer Forderung des Bundestagshaushaltsausschusses nach, die dies auch schon im letzten Jahr forderten um Milliardenhilfen für den Staatskonzern freizugeben.

Der Zeitpunkt ist jedoch etwas, was vor allem die Angestellten der Deutschen Bahn stutzig macht. In der öffentlichen Debatte der letzten Tage tauchten immer wieder Zahlen, Daten, Fakten zu Vorstandsgehältern und Bonuszahlungen auf. Es gab zunehmend aufgeheizte Diskussionen über die Forderung des Konzerns, dass die Belegschaft durch Gehaltsverzicht, weitere Flexibilisierung der Arbeitszeiten, Verzicht auf eine Mini-Betriebsrente u.a Solidarität mit dem Unternehmen zeigen sollten.

Während die DB Verhandlungsführer, Pressesprecher und der Chef Hausgewerkschaft nicht von ihren öffentlichen Behauptungen abließen, dass die Forderungen der Eisenbahnerinnen und Eisenbahner überzogen und unverhältnismäßig seien, wurden die Fragen nach den eigenen Gehältern und Boni immer drängender. Nun muss sich der Vorstand offenbar dieser Unannehmlichkeit entledigen und verzichtet auf Bonuszahlungen für das Jahr 2021. Wie bereits erwähnt, wird jedoch hiermit nicht dem Druck des Arbeitskampfes der GDL-Mitglieder, sondern dem Druck des Eigentümers (Bund) und sicherlich auch der öffentlichen Diskussion nachgegeben.

Als Zeichen echter Solidarität, mit den eigenen Angestellten oder als Zeichen des Entgegenkommen und der Einsicht, kommt dieses Signal jedoch Monate zu spät. Wurden doch in diesem Jahr bereits 220 Millionen Euro an Bonuszahlungen für Führungskräfte ausgeschüttet. Das dies nun 51% der fälligen Boni waren, schmälert die Unverfrorenheit der Führungsetagen jedoch kein bisschen.

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